20.10.2006, 22.30 - 03.00 Uhr
Karin Wieser, Günther Eder


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Obwohl es tagsüber teilweise ziemlich bewölkt gewesen war überraschte uns nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich ein wunderschöner Sternhimmel. Ich öffnete meine Sternwarte (Sternwarte St. Sebastian) und wir wagten einige Blicke in die Tiefen des Weltalls. Gleich danach war klar: Das würde eine der besten Beobachtungsnächte dieses Jahres werden!
So fuhren wir unverzüglich zur Sternwarte hoch und begannen auch gleich mit der Beobachtung. Unter vielen anderen Objekten beeindruckte uns besonders der Cirrusnebel in all seinen Teilen besonders. Mit dem OIII-Filter "sprangen" die Filamente nur so aus dem Okular und sogar der Crescentnebel war im SCT 16 ohne Filter deutlich vor den Hintergrundsternen zu sehen.
Gegen 00.00 Uhr zog plötzlich eine Wolkenfront auf und wir waren schon enttäuscht dass diese gute Beobachtungslage zu Ende sein sollte. Nach kurzem Überlegen entschieden wir jedoch noch ein wenig abzuwarten. Und siehe da - wir hatten die richtige Entscheidung getroffen. Eine halbe Stunde später präsentierte sich der Himmel mit einer Transparenz die jene von zuvor noch weit übertraf. Inzwischen war der Orion schon über den Horizont geklettert. Gleich der erste Blick in den Orionnebel zeigte was uns dieser Himmel darbot: Alle 6 Sterne im Trapez standen gestochen scharf vor den stark strukturierten Nebelfetzen und boten einen beeindruckenden Blick in diese Sternentstehungszone. Ich konnte nicht widerstehen und startete die am Astrophysics Refraktor angebrachte SBIG St7 Kamera. Parallel zu den Beobachtungen wurden einige Aufnahmen angefertigt und auch hier zeigte sich gleich die hervorragende Qualität der Beobachtungsnacht. Später schwenkten wir noch zum Pferdekopfnebel und zu weiteren DeepSky Objekten im Sternbild Orion. Zusätzlich wurde unsere Beobachtung noch durch ein besonders Schauspiel versüßt: Die Orioniden "schwirrten" in großer Zahl mit schnellen  hellen Erscheinungen über das Firmament.
Gegen 0300 Uhr beendeten wir schweren Herzens die Beobachtung mit dem Wissen, dass diese Nacht sicherlich eine der Top-Beobachtungsnächte des Jahres 2006 gewesen sein wird!